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Dr. Stefan Schneider - Blog

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Beschreibung: Blog von Dr. Stefan Schneider zu Sozialwissenschaften mit den thematischen Schwerpunkten Soziale Arbeit, Pädagogik, Armut, Wohnungslosigkeit, Arbeitslosigkeit, Selbsthilfe, Partizipation und Empowerment.

Eingetragen: 20.08.2010 (Editiert 20.08.2010)



Blogseite: http://www.drstefanschneider.de

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Prokrastination und Tapetenwechsel by on Thu, 09 Feb 2012 19:51:36 GMT:

Inspiration.

Gerade Menschen, die in irgendeiner Form kreativ arbeiten, brauchen öfter mal eine neue Umgebung. Das hat etwas mit der Struktur der Arbeit zu tun – jedes Werk ist ein ganz besonderes, erfordert eine ganze eigene intellektuelle Anstrengung. Und um das Besondere auch wirksam werden zu lassen, ist es ein beliebtes Mittel, bewusst und vorsätzlich andere Orte aufzusuchen. Da geht es zum einen darum, dem Trott des Alltags zu entkommen, den lieben Gewohnheiten, der gewollten oder in Kauf genommenen Prokrasitination
, die sich darin äußert, morgens doch lange im Bett zu bleiben oder abends Freunde zu besuchen, und eben nicht am Werk zu arbeiten. Die Flucht an einen anderen Ort bietet den Vorteil, dass die neue, ungewohnte Umgebung anregend, ja durchaus euphorisierend wirken kann und so den Arbeitsprozess anregt. Und zum anderen ist es möglich, Fremde_r zu bleiben und sich zurückzuziehen und ungestört arbeiten zu können. Nicht immer klappt das, und es soll durchaus Kreative geben, die vor Ort zu Ort ziehen und sich jedes mal ärgern, dass sie dennoch nichts zu Stande gebracht haben. Ich war bisher an einigen Orten, um neue Erfahrungen zu sammeln und zugleich ein paar Projekte abzuarbeiten und habe damit überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Es kommt eben auch auf die Fähigkeit an, Dinge so zu organisieren, dass sie auch Spaß machen.


Kleine Fluchten.
Eine andere Möglichkeit ist, bewusst Ereignisse zu inszenieren. Eine Freundin von mir steuert auf dem 50sten Geburtstag zu und hat schon jetzt für diesen Termin eine Ferienwohnung
an der Ostsee klargemacht. Das ist schön für sie aber auch ich freue mich schon, denn ich gehöre zu den Gästen und es wird sicher für alle eine tolle Zeit sein. Urlaub mit Freunden. Eine andere Freundin fährt regelmäßig meine einer mehr oder weniger stabilen Konstellation an Freunden nach Weihnachten für ein paar Tage weg, aber, soweit ich weiß, an jeweils welchselnde Orte. Auch sie mieten sich dann eine Ferienwohnung. Ich weiß das deswegen, weil bei diesen Gelegenheiten auch über mich geredet wird – so wird mir jedenfalls berichtet. Auf meinem ganz persönlichen Plan steht irgendwo die Notiz, dass ich eines Tages noch die Bakunin-Hütte
besuchen und dort einige Zeit arbeiten möchte. Das ist zwar jetzt nicht ganz unbedingt eine Ferienwohnung, aber doch so etwas ähnliches.


Warschau, 09.02.2012


Stefan Schneider


Fotonachweis: http://www.syndikalismusforschung.info/bakuninhutte.htm



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Bürger_ins Zeugenaussage: Aggessiver, kleinwüchsiger Polizeimensch auf der Prenzlauer Allee by on Wed, 08 Feb 2012 21:49:00 GMT:

Am 28.10.2011 fuhr Bürger_in mit ihrem Fahrrad die Prenzlauer Allee entlang und konnte beobachten, wie vier Polizeimenschen eine_n Menschen ziemlich in die Mangel nahmen. Da Bürger_in in solchen Situationen beobachten will, ob auch alles in Ordnung ist, blieb Bürger_in vor Ort und wurde ganz schön eingeschüchtert.


Später wurden dann noch die Personalien aufgeschrieben und am 24.11.2011 bekam Bürger_in Post von der Polizei (PolPräs in Berlin - Herr H. - Berliner Allee 210 -13088 Berlin) mit der Bitte, dazu etwas zu sagen. Das hat Bürger_in dann auch zeitnah gemacht, und seit dem nichts mehr von der Sache gehört.


Das macht aber nichts, denn meine Aussage bleibt ja bestehen und alle haben die Möglichkeit, das hier nachzulesen.



Vorgangs-Nummer 11028-2230-029361


Berlin, 28.11.2011


Sehr geehrter Herr H.,
zu o.g. Vorgangs-Nummer und zu Ihren Fragen möchte ich folgendes sagen:




Ich kam mit meinem Fahrrad auf dem Fahrradweg die Prenzlauer Allee entlang Richtung Stadtmitte.

Kurz vor der Danziger Straße konnte ich sehen, dass drei Polizeimenschen einen Bürger gewaltsam auf den Boden drückten und seinen Kopf auf die Bordsteinkante.

Da es meine Bürgerpflicht ist, mich von der Angemessenheit von Polizeieinsätzen zu überzeugen, hielt ich an, um die Situation zu beobachten. Ich meine, dass die Wahrnehmung meiner Anwesenheit das Verhalten der Polizeimenschen insofern verändert hat, als dass sie im Umgang mit dem Bürger maßvoller wurden.

Aber es war insbesondere ein kleinwüchsiger Polizeimenschen mit Brille mit der Nummer 2832XX oder 3228XX, der mich mehrfach aufforderte, den Platz zu verlassen. Ich bewegte mich auf die rechte Seite des Fahrradwegs, um den Fahrradweg nicht weiter zu blockieren. Das war dem kleinwüchsigen Polizeimenschen mit Brille aber nicht genug und er forderte mich in einem Befehlston auf, mich noch weiter zu entfernen. Also entfernte ich mich weitere 50cm von dem Geschehen. Das war dem kleinwüchsigen Polizeimenschen aber immer noch nicht genug und er wurde immer aggressiver. Ich teilte freundlich mit, dass ich das Recht habe, mich von dem Handeln der Polizei vor Ort durch Beobachtung ein Bild zu verschaffen. Das wollte der kleinwüchsige Polizeimensch offenbar unterbinden und drohte mir Gewalt an. Das machte mir Angst und ich fühlte mich sehr unwohl durch den Umstand, dass ausgerechnet ein Polizeimensch mir mit Gewalt droht. Wen hätte ich da noch zur Hilfe holen können?

Also verzog mich 3 Meter weiter auf den Bürgersteig – allerdings in eine Position, in der ich immer noch halbwegs die Situation beobachten konnte. Der kleinwüchsige Polizeimensch ließ dann von mir ab und kümmerte sich wieder um den eigentlichen Vorfall und fuhr dann auch in einem Auto weg.

Danach erklärten mir zwei Polizeimenschen in einem sehr freundlichen und beherrschten Ton, dass es notwendig sei, dass Polizeimenschen bei ihren Einsätzen Platz benötigen würden, um ihre Maßnahmen durchzuführen und das dies der Grund für das Verhalten vom kleinwüchsigen Polizeimenschen gewesen sei. Ich antworte darauf, dass dies noch lange nicht rechtfertige, mir mit Gewalt zu drohen und dass von einem Profi zu erwarten sei, dass er in dieser Situation die Übersicht bewahre.

Ich habe dann auch Nachfrage meine Personalien zur Verfügung gestellt und mich für eine Zeugenaussage bereit erklärt.



So weit meine Angaben. Bitte beachten Sie, dass ich bis zum 15.02.2012 in xyz. bin und nur dann zu einer persönlichen Aussage nach Berlin kommen kann, wenn Sie auch die Fahrtkosten übernehmen.
Mit freundlichen Grüßen
s.


 


Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei...%28ex3179%29_sml.jpg[/url]



Erkläuterung: Die Bildquelle zeigt nicht die beschriebene Situation, sondern ist aus Wikipedia entnommen, siehe Quellenangabe. Eine gewisse Ähnlichkeit ist aber von Bürger_in beabsichtigt.
Hund - Mensch - Haft - Pflicht by on Wed, 08 Feb 2012 18:44:20 GMT:

Hundstage.

Ich plädiere für einen Teilzeithund. Also einen Hund, den ich nicht alleine habe, sondern für den ich manchmal Verantwortung übernehme. Das hatte ich mal. Eine Freundin von mir hatte einen Hund, und in der Zeit, in der sie eine Fortbildung machte, konnte sie ihren Hund nicht mitnehmen in die Schule. Damals arbeitete ich an der Universität der Künste
in dem wunderschönen Gebäude an der Bundesallee (ja: das ehemalige Joachimthalsche Gymnasium
), und eigentlich waren dort auch Hunde verboten. Eigentlich. Aber ich hatte einen Schlüssel zum Gebäude und ich kannte den Hintereingang. Also schummelte ich Joker mehr oder weniger unauffällig durch das Treppenhaus in die Räume unseres Instituts. Joker war ein sehr gelehriger Hund und begriff bereits nach wenigen Tagen, dass er nicht, wenn an unserer Institutstür geklingelt wurde, zu bellen hatte und dass auch alle Gäste Freunde waren. Also sahen die Tage so aus, dass Joker überwiegend unter meinem Schreibtisch lag, ab und zu mal aufstand und seine Runde machte, ob noch alles in Ordnung ist. Es kam dann schon mal vor, dass er einen Assistenten freundlich anstupste, sich von einer studentischen Hilfskraft streicheln ließ oder dem Professor vertrauensselig die Schnauze auf das Knie legte. In der Mittagspause gingen wir dann immer im nahegelegenen Park spazieren und die Arbeitstage waren damals auch nicht so lang. Wir alle hatten unsere Freunde.


Hundehaftpflicht?
Gar nicht vorstellen darf ich mir, was alles hätte passieren können. Natürlich beißen Hunde, und das tat auch Joker. Wenn ihn etwas erschreckt hat, wenn ihm jemand – in der Regel: aus Versehen – auf den Schwanz getreten hat, wenn Menschen mit bösen Absichten aggressiv auf ihn zukamen. Damals gab es keine Haftpflichtversicherung
für Hunde, so wie heute. Oder zumindest waren diese Versicherungen nicht sonderlich bekannt. Aber wenn ich mir vorstelle, dass ich heutzutage wieder eine (Teilzeit-)Verantwortung für einen Hund übernehme, würde ich doch darauf achten, dass der Hund ordentlich haftpflichtversichert ist – und im Zweifelsfall selbst eine solche Versicherung
abschließen. Die Freude, die Mensch dann mit einem Hund erleben kann, ist dann noch unbeschwerter. Glückliche Hundstage eben.


Warschau, 08.02.2012


Stefan Schneider


 


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Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Joachimsthalsches_gymnasium2.png
Bürger_in vs. o2 - jetzt werden aufwendungen berechnet by on Wed, 08 Feb 2012 15:40:38 GMT:

o2 gibt keine Ruhe und schickt erneut eine Mahnung - obwohl per email längst bestätigt worden ist, dass es keinen Vertrag mehr gibt ind die Forderung nicht berechtigt ist. Bürger_in wird sich nicht mehr ägern, denn Bürger_in berechnet einfach die Arbeit und will damit Einnahmen erzielen.




Sehr geehrte Damen und Herren,
erneut erhalten ich von Ihnen, diesmal mit Datum vom 18.01.2012 eine Zahlungsaufforderung.
Diese ist unberechtigt.
In der Anlage erhalten Sie eine Rechnung in Höhe von 80,00 €, in denen ich Ihnen meine Aufwendungen zur Abwehr Ihrer unberechtigten Forderungen berechne.
Ich erwarte die Zahlung innerhalb von 14 Tagen auf das angegebene Konto.
Ausdrücklich mache ich Sie darauf aufmerksam, dass für den Fall, dass ich weitere Aufwendungen zur Abwehr Ihrer unberechtigten Forderungen haben werde, auch zusätzlich Kosten auf Sie zukommen werden.
Die Rechnung finden Sie in der Anlage ebenso wie Ihr Schreiben vom 18.01.2012
Mit freundlichen Grüßen
s.


 


Bildquelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kanal_Brodnowski.JPG
Bis ans Ende der Welt – über Beziehungen by on Wed, 08 Feb 2012 12:57:30 GMT:

Spekulationen

. In verschiedenen Debatten habe ich immer wieder erlebt, dass früher oder später ein Diskussionsteilnehmer sagte: Der Mensch
ist eben so! Und damit verbunden war immer eine passende Charakterisierung wie egoistisch
, materiell orientiert
, auf Sicherheit bedacht
, gewalttätig
und so weiter. Ich habe lange Zeit gebracht, um zu verstehen, dass diese Aussage keinen Wert hat und nur die Funktion hatte, eine bestimmte Forderung abzuwehren. Spätestens während meines Studiums der Erziehungswissenschaften
ist mir der Glaube an den Menschen
gründlich ausgetrieben worden. Natürlich hatte der Mensch in der Megalithkultur wahrscheinlich keinen elektrischen Strom und auch kein Internet. Aber trotzdem sind in der Jungsteinzeit so mächtige Bauwerke entstanden wie Stonehenge
in England oder, fast noch beeindruckender, Newgrange
im Norden Irlands. Und ausgerechnet in einer der ältesten Siedlungen der Menschheit, in Skara Brae
auf den Orkneys, finden wir weder Hinweise auf Waffen noch auch Herrschaft. Es macht also durchaus Sinn, sich von der Vorstellung, wir könnten etwas von dem Menschen wissen, zu verabschieden und statt dessen über konkrete Menschen zu reden, wie sie sind, was sie wollen, wie sie sich verändern und wie sie zu dem wurden, was sie sind.


Partner und Freunde.
Ähnlich verhält es sich auch mit Beziehungen. Es gibt Menschen, die können nur in Beziehungen leben. Ihnen wäre es unerträglich, auch nur mehrere Stunden lang alleine zu sein. Andere wiederum sind wochen- oder monatelang alleine und ihnen fehlt es an nichts. Beide Extreme sind nicht unbedingt typisch, und die meisten Menschen bewegen sich irgendwie zwischen diesen Polen. Aber auch hier gibt es Menschen, die von Beziehung zu Beziehung springen, andere wiederum sind langfristig treu, wiederum andere haben mehrere Beziehungen gleichzeitig. Es ist gerade einer der Vorteile vom Internet, dass es für jedes Bedürfnis, für jeden Lebensstil Menschen gibt, die das ähnlich sehen. Eine Plattform in diesem Zusammenhang beschäftigt sich übrigens mit der Frage: Wie bekomme ich meinen Ex zurück
? Es ist gar nicht mal so selten, dass nach dem Ende einer Beziehung die Einsicht entsteht, es wäre wohl doch von Vorteil, zusammen geblieben zu sein. Auf dieser Seite
gibt es zahlreiche Hinweise, was in solchen Situationen zu tun ist und auch ein Buch zu diesem Thema wird zum Kauf angeboten. Auch ich habe es immer als einen besonderen Einschnitt erlebt, wenn eine Beziehung zu Ende ging. Ich spürte einen Schmerz, einen Verlust, früher auch: eine Angst. Als wäre das Ende der Welt
nahe. Das aber hat sich doch gewandelt mit der Zeit. War ich früher froh, überhaupt einen Partner zu haben (- deshalb litt ich auch so bei einer Trennung -), weiß ich heute, dass ich auch sehr gut alleine Leben kann, jedenfalls für eine Zeit. Und die meisten meiner früheren Partner sind heute – meine wichtigsten Freunde.


Warschau, 08.02.2012


Stefan Schneider


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Fotonachweis: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Standing_Stones_of_Stenness.jpg

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