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Olympiablog
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Ein Tag mit dem Swiss Sailing Team by on Mon, 06 Feb 2012 16:42:00 +0100:
A day with the Swiss Sailing Team from JUERGKAUFMANN.COM on Vimeo.
Eindrückliche Bilder aus einem Trainingstag des Swiss Sailing Teams in Perth 2011.
www.swiss-sailing-team.ch www.swiss-sailing.ch
Eindrückliche Bilder aus einem Trainingstag des Swiss Sailing Teams in Perth 2011.
www.swiss-sailing-team.ch www.swiss-sailing.ch
Wunden und Wunder in «London 1948» by on Mon, 30 Jan 2012 13:23:00 +0100:
Károly Takács in «London 1948». (Foto: Keystone)
Zwölf Jahre lang hatten Menschen aus der ganzen Welt gewartet, gehofft und trainiert. Die Olympischen Sommerspiele hatten zuletzt 1936 in Berlin stattgefunden und mussten darauf infolge des Zweiten Weltkriegs zweimal abgesagt werden. 1948 durften die Sportlerinnen und Sportler endlich wieder in den grossen Stadien auflaufen – die Olympische Flamme wurde zum zweiten Mal nach 1908 in London entzündet.
An der Eröffnungsfeier im Wembley-Stadion wurden Tauben als Zeichen des internationalen Friedens freigelassen. Trotz der schwerwiegenden Konsequenzen der Kriegszeit waren mehr Sportler und Nationen in London vertreten, als je zuvor, nämlich 59 insgesamt. Darunter befanden sich auch viele neue, wie Burma, Puerto Rico oder Syrien. Deutschland und Japan wurden aufgrund der Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs von den Spielen ausgeschlossen, die UdSSR verzichtete auf eine Teilnahme. Einige Delegationen brachten ihr Essen aus der Heimat mit, weil die Lebensmittel immer noch rationiert waren.
Mit links zum Olympiasieg
Dass der Krieg nicht nur seelische Wunden geschaffen hatte, zeigte sich am Beispiel des ungarischen Sportschützen Károly Takács: Der Rechtshänder hatte während eines Manövers seinen rechten Arm verloren, kämpfte sich aber «mit links» an die Weltspitze zurück und wurde in London mit einer olympischen Goldmedaille im Schnellfeuer-Pistolenschiessen und einem neuen Weltrekord belohnt.
Von fliegenden Hausfrauen und Patrioten
Die Olympischen Spiele wurden 1948 erstmals im Fernsehen ausgestrahlt und erreichten Schätzungen zufolge etwa eine halbe Million Menschen. Sie alle verfolgten die Wettkämpfe, aus denen die Holländerin Fanny Blankers-Koen als erfolgreichste Athletin hervorging. Die 30-jährige Mutter zweier Kinder trat in vier Sprint-Disziplinen an, wo man übrigens erstmals aus Startblöcken startete, und sicherte sich in jeder die Goldmedaille. Von da an trug sie den Spitznamen «fliegende Hausfrau».
Die holländische Sprinterin war aber nicht die einzige, die 1948 Berühmtheit erlangte. Während der Schweizer Zehnkämpfer Armin Scheurer aus uns unbekannten Gründen bereits nach der ersten Disziplin aufgeben musste, ging Robert «Bob» Mathias aus den USA im selben Wettkampf als jüngster Leichtathletik-Olympiasieger in die Geschichte ein: Er war gerade mal 17-jährig, als er den Zehnkampf gewann, den er notabene erst vier Monate vor den Spielen zu praktizieren begonnen hatte. Die Legende besagt, dass Mathias‘ Landsmann, Marathonläufer John Kelly, seinen Lauf in genau jenem Moment beendete, als die Nationalhymne für den jungen Zehnkämpfer Mathias gespielt wurde. Kelly, taumelnd und der Erschöpfung nahe, stand kurz nach der Zielgerade stramm, hielt seine Hand aufs Herz und verblieb bis zum Ende der Nationalhymne regungslos und sichtlich gerührt in dieser Position.
Fanny Blankers-Koen. (Foto: Keystone)
Die Schweiz mit 20 Medaillen
Auch die Schweizer Hymne erklang in «London 1948». Fünf Athleten aus der helvetischen Delegation, die 165 Sportler und sechs Sportlerinnen umfasste, gewannen eine Goldmedaille: Dressur-Reiter Hans Moser, Schütze Emil Grünig und die Turner Michael Reusch am Barren, Josef Stalder, der als Erster überhaupt am Reck eine Grätsche zeigte, und Karl Frei an den Ringen.
Zehn Schweizer Athleten sicherten sich eine Silbermedaille, dazu gab es fünf Mal Bronze. Leider gelang keiner der sechs Schweizerinnen der Sprung aufs Podest. Mit den insgesamt 20 Medaillen belegte die Schweiz 1948 im Nationen-Ranking den ausgezeichneten neunten Schlussrang – hoffentlich ein gutes Omen für 2012.
Der Widersacher von James Bond in «London 1948»
Die Teamleistung der Schweiz war beeindruckend, aber zu Weltberühmtheit brachte es trotzdem kein Schweizer Athlet. Ganz im Gegensatz dazu der Gewichtheber Harold Sakata; dieser gewann an den Spielen eine Silbermedaille im Leichtschwergewicht, machte jedoch vor allem abseits der Sportwelt eine gute Figur. Sein internationaler Durchbruch erfolgte, als er im Bond-Film «Goldfinger» als «Oddjob», einer von Sean Connerys Widersachern, auftrat. Der gebürtige Amerikaner japanischer Abstammung spielte nach «Goldfinger» weitere Nebenrollen in verschiedenen Filmen. Aufgrund seines massigen Körperbaus – er wog 103 Kilogramm bei 1.85 Metern Körpergrösse – trat er vorzugsweise als muskelbepackter Schläger auf.
Ein verbindendes Ereignis
In «London 1948» wurden aber nicht nur herausragende Athletinnen und Athleten ausgezeichnet. Letztmals wurden auch Medaillen für künstlerische Leistungen in 18 Bereichen verteilt, von architektonischen Entwürfen über lyrische und musikalische Werke bis hin zu Zeichnungen. Dies geschah ganz im Sinne von Pierre de Coubertins Vision der Verbindung von Sport und Kultur. Bis heute wird diese Tradition in Form begleitender kultureller Veranstaltungen im Vorfeld und während Olympischer Spiele gelebt.
Ungeachtet der politisch brisanten Zeit nach dem Krieg erwiesen sich die Olympischen Spiele 1948 als völkerverbindendes Ereignis. Während der Schlussfeier sangen Sportler, Offizielle und die über 80‘000 Zuschauer im Wembley-Stadion gemeinsam «Let us be glad» von Sir Alan Herbert. Viele waren zu Tränen gerührt.
«London 2012»
Tränen soll es dieses Jahr für die Schweizer Delegation keine geben – und wenn, dann nur als Zeichen der Freude. In 179 Tagen trifft sich die Welt bereits zum dritten Mal in London, um neue Stars, Sieger und Legenden zu schaffen.
Károly Takács in «London 1948». (Foto: Keystone)
Zwölf Jahre lang hatten Menschen aus der ganzen Welt gewartet, gehofft und trainiert. Die Olympischen Sommerspiele hatten zuletzt 1936 in Berlin stattgefunden und mussten darauf infolge des Zweiten Weltkriegs zweimal abgesagt werden. 1948 durften die Sportlerinnen und Sportler endlich wieder in den grossen Stadien auflaufen – die Olympische Flamme wurde zum zweiten Mal nach 1908 in London entzündet.
An der Eröffnungsfeier im Wembley-Stadion wurden Tauben als Zeichen des internationalen Friedens freigelassen. Trotz der schwerwiegenden Konsequenzen der Kriegszeit waren mehr Sportler und Nationen in London vertreten, als je zuvor, nämlich 59 insgesamt. Darunter befanden sich auch viele neue, wie Burma, Puerto Rico oder Syrien. Deutschland und Japan wurden aufgrund der Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs von den Spielen ausgeschlossen, die UdSSR verzichtete auf eine Teilnahme. Einige Delegationen brachten ihr Essen aus der Heimat mit, weil die Lebensmittel immer noch rationiert waren.
Mit links zum Olympiasieg
Dass der Krieg nicht nur seelische Wunden geschaffen hatte, zeigte sich am Beispiel des ungarischen Sportschützen Károly Takács: Der Rechtshänder hatte während eines Manövers seinen rechten Arm verloren, kämpfte sich aber «mit links» an die Weltspitze zurück und wurde in London mit einer olympischen Goldmedaille im Schnellfeuer-Pistolenschiessen und einem neuen Weltrekord belohnt.
Von fliegenden Hausfrauen und Patrioten
Die Olympischen Spiele wurden 1948 erstmals im Fernsehen ausgestrahlt und erreichten Schätzungen zufolge etwa eine halbe Million Menschen. Sie alle verfolgten die Wettkämpfe, aus denen die Holländerin Fanny Blankers-Koen als erfolgreichste Athletin hervorging. Die 30-jährige Mutter zweier Kinder trat in vier Sprint-Disziplinen an, wo man übrigens erstmals aus Startblöcken startete, und sicherte sich in jeder die Goldmedaille. Von da an trug sie den Spitznamen «fliegende Hausfrau».
Die holländische Sprinterin war aber nicht die einzige, die 1948 Berühmtheit erlangte. Während der Schweizer Zehnkämpfer Armin Scheurer aus uns unbekannten Gründen bereits nach der ersten Disziplin aufgeben musste, ging Robert «Bob» Mathias aus den USA im selben Wettkampf als jüngster Leichtathletik-Olympiasieger in die Geschichte ein: Er war gerade mal 17-jährig, als er den Zehnkampf gewann, den er notabene erst vier Monate vor den Spielen zu praktizieren begonnen hatte. Die Legende besagt, dass Mathias‘ Landsmann, Marathonläufer John Kelly, seinen Lauf in genau jenem Moment beendete, als die Nationalhymne für den jungen Zehnkämpfer Mathias gespielt wurde. Kelly, taumelnd und der Erschöpfung nahe, stand kurz nach der Zielgerade stramm, hielt seine Hand aufs Herz und verblieb bis zum Ende der Nationalhymne regungslos und sichtlich gerührt in dieser Position.
Fanny Blankers-Koen. (Foto: Keystone)
Die Schweiz mit 20 Medaillen
Auch die Schweizer Hymne erklang in «London 1948». Fünf Athleten aus der helvetischen Delegation, die 165 Sportler und sechs Sportlerinnen umfasste, gewannen eine Goldmedaille: Dressur-Reiter Hans Moser, Schütze Emil Grünig und die Turner Michael Reusch am Barren, Josef Stalder, der als Erster überhaupt am Reck eine Grätsche zeigte, und Karl Frei an den Ringen.
Zehn Schweizer Athleten sicherten sich eine Silbermedaille, dazu gab es fünf Mal Bronze. Leider gelang keiner der sechs Schweizerinnen der Sprung aufs Podest. Mit den insgesamt 20 Medaillen belegte die Schweiz 1948 im Nationen-Ranking den ausgezeichneten neunten Schlussrang – hoffentlich ein gutes Omen für 2012.
Der Widersacher von James Bond in «London 1948»
Die Teamleistung der Schweiz war beeindruckend, aber zu Weltberühmtheit brachte es trotzdem kein Schweizer Athlet. Ganz im Gegensatz dazu der Gewichtheber Harold Sakata; dieser gewann an den Spielen eine Silbermedaille im Leichtschwergewicht, machte jedoch vor allem abseits der Sportwelt eine gute Figur. Sein internationaler Durchbruch erfolgte, als er im Bond-Film «Goldfinger» als «Oddjob», einer von Sean Connerys Widersachern, auftrat. Der gebürtige Amerikaner japanischer Abstammung spielte nach «Goldfinger» weitere Nebenrollen in verschiedenen Filmen. Aufgrund seines massigen Körperbaus – er wog 103 Kilogramm bei 1.85 Metern Körpergrösse – trat er vorzugsweise als muskelbepackter Schläger auf.
Ein verbindendes Ereignis
In «London 1948» wurden aber nicht nur herausragende Athletinnen und Athleten ausgezeichnet. Letztmals wurden auch Medaillen für künstlerische Leistungen in 18 Bereichen verteilt, von architektonischen Entwürfen über lyrische und musikalische Werke bis hin zu Zeichnungen. Dies geschah ganz im Sinne von Pierre de Coubertins Vision der Verbindung von Sport und Kultur. Bis heute wird diese Tradition in Form begleitender kultureller Veranstaltungen im Vorfeld und während Olympischer Spiele gelebt.
Ungeachtet der politisch brisanten Zeit nach dem Krieg erwiesen sich die Olympischen Spiele 1948 als völkerverbindendes Ereignis. Während der Schlussfeier sangen Sportler, Offizielle und die über 80‘000 Zuschauer im Wembley-Stadion gemeinsam «Let us be glad» von Sir Alan Herbert. Viele waren zu Tränen gerührt.
«London 2012»
Tränen soll es dieses Jahr für die Schweizer Delegation keine geben – und wenn, dann nur als Zeichen der Freude. In 179 Tagen trifft sich die Welt bereits zum dritten Mal in London, um neue Stars, Sieger und Legenden zu schaffen.
Als Volunteer am Lauberhorn by on Mon, 23 Jan 2012 10:06:00 +0100:
Die Nacht liegt noch über dem Berner Oberland. Während die letzten Partygäste im Dunkeln verschwinden, sind andere schon zu ihrem Einsatz unterwegs. Auf meinem Weg in das Funktionärsbüro mache ich einen Halt in der Zentrale, wo ein Zivildienstler hinter Bergen von verschieden farbigen Jacken auftaucht.
Gleich wird der Ansturm losgehen, wenn alle Funktionäre des Ordnungsdienstes sowie die Volunteers, die an den Kassen oder bei der Zutrittskontrolle arbeiten, ihre Ausrüstung abholen kommen werden.
Der Bahnsteig auf der Rückseite der Funktionärszentrale füllt sich langsam. Athleten, Team-Angehörige, aber vor allem Volunteers warten auf den ersten Zug Richtung Kleine Scheidegg, wo heute die Superkombi stattfinden wird. Ich schliesse mich der Gruppe der Rutscher an. Sie haben die Aufgabe, nach jedem Fahrer die Strecke nochmals langsam hinunter zu fahren, um die Spuren des Rennfahrers auszuglätten und dem nächsten Athleten wieder optimale Bedingungen zu gewährleisten.
Rutscher müssen ausgezeichnete Skifahrer und mit gut präparierter Ausrüstung ausgestattet sein. Die Rennpiste ist pickelhart und abschnittsweise sehr steil. Sind die Kanten nicht nachgeschliffen worden, ist es sehr schwierig, die Aufgabe gut auszuführen. In der Regel ist man dann nämlich eher damit beschäftigt, nicht unfreiwillig den ganzen Hang hinunter zu rutschen – fernab von der vorgegebenen Spur.
Fotos: Swiss Olympic
Das Rennen beginnt und ich bin je länger je mehr von dem fasziniert, was hinter der Wettkampfkulisse geschieht. Abläufe, die der Zuschauer am Fernsehen nie zu sehen bekommt. Kaum hat ein Fahrer – und vor allem die TV-Kamera! – einen Abschnitt hinter sich gelassen, strömen dutzende von Helferinnen und Helfern auf die Piste und arbeiten wie ein Schwarm fleissiger Bienchen an deren Zustand. Die Zeit, die sie dafür zur Verfügung haben, beträgt lediglich ein paar Sekunden, denn die Abstände zwischen den Fahrern sind verhältnismässig kurz.
Auch ich darf ein paar Mal einen kurzen Abschnitt rutschen und ich spüre, wie eine kleine Portion Angst mitfährt beim Gedanken daran, dass ich bereits den nächsten Fahrer im Nacken habe. Doch andererseits weiss ich auch, dass das Sicherheitsdispositiv so hoch ist, dass ich mich nicht zu fürchten brauche.
Nach der Abfahrt folgt am Nachmittag der Slalom. Hier ist die Herausforderung für das Rutscherkommando noch grösser. Besonders der Steilhang birgt einige Tücken, sodass wirklich nur sehr routinierte Fahrer auf die Piste dürfen. Und diese meistern ihre Arbeit einmal mehr hervorragend.
Ich habe Urs Näpflin, Rennleiter der Lauberhornrennen, sagen gehört, dass die 82. Internationalen Lauberhornrennen als besonders gelungene Ausgabe in die Geschichte eingehen werden. Einen grossen Anteil an diesem Erfolg haben alle Volunteers, die im Einsatz gestanden haben.
Anna Ostini hat die Lauberhornrennen 2012 als Volunteer miterlebt.
Die Nacht liegt noch über dem Berner Oberland. Während die letzten Partygäste im Dunkeln verschwinden, sind andere schon zu ihrem Einsatz unterwegs. Auf meinem Weg in das Funktionärsbüro mache ich einen Halt in der Zentrale, wo ein Zivildienstler hinter Bergen von verschieden farbigen Jacken auftaucht.
Gleich wird der Ansturm losgehen, wenn alle Funktionäre des Ordnungsdienstes sowie die Volunteers, die an den Kassen oder bei der Zutrittskontrolle arbeiten, ihre Ausrüstung abholen kommen werden.
Der Bahnsteig auf der Rückseite der Funktionärszentrale füllt sich langsam. Athleten, Team-Angehörige, aber vor allem Volunteers warten auf den ersten Zug Richtung Kleine Scheidegg, wo heute die Superkombi stattfinden wird. Ich schliesse mich der Gruppe der Rutscher an. Sie haben die Aufgabe, nach jedem Fahrer die Strecke nochmals langsam hinunter zu fahren, um die Spuren des Rennfahrers auszuglätten und dem nächsten Athleten wieder optimale Bedingungen zu gewährleisten.
Rutscher müssen ausgezeichnete Skifahrer und mit gut präparierter Ausrüstung ausgestattet sein. Die Rennpiste ist pickelhart und abschnittsweise sehr steil. Sind die Kanten nicht nachgeschliffen worden, ist es sehr schwierig, die Aufgabe gut auszuführen. In der Regel ist man dann nämlich eher damit beschäftigt, nicht unfreiwillig den ganzen Hang hinunter zu rutschen – fernab von der vorgegebenen Spur.
Fotos: Swiss Olympic
Das Rennen beginnt und ich bin je länger je mehr von dem fasziniert, was hinter der Wettkampfkulisse geschieht. Abläufe, die der Zuschauer am Fernsehen nie zu sehen bekommt. Kaum hat ein Fahrer – und vor allem die TV-Kamera! – einen Abschnitt hinter sich gelassen, strömen dutzende von Helferinnen und Helfern auf die Piste und arbeiten wie ein Schwarm fleissiger Bienchen an deren Zustand. Die Zeit, die sie dafür zur Verfügung haben, beträgt lediglich ein paar Sekunden, denn die Abstände zwischen den Fahrern sind verhältnismässig kurz.
Auch ich darf ein paar Mal einen kurzen Abschnitt rutschen und ich spüre, wie eine kleine Portion Angst mitfährt beim Gedanken daran, dass ich bereits den nächsten Fahrer im Nacken habe. Doch andererseits weiss ich auch, dass das Sicherheitsdispositiv so hoch ist, dass ich mich nicht zu fürchten brauche.
Nach der Abfahrt folgt am Nachmittag der Slalom. Hier ist die Herausforderung für das Rutscherkommando noch grösser. Besonders der Steilhang birgt einige Tücken, sodass wirklich nur sehr routinierte Fahrer auf die Piste dürfen. Und diese meistern ihre Arbeit einmal mehr hervorragend.
Ich habe Urs Näpflin, Rennleiter der Lauberhornrennen, sagen gehört, dass die 82. Internationalen Lauberhornrennen als besonders gelungene Ausgabe in die Geschichte eingehen werden. Einen grossen Anteil an diesem Erfolg haben alle Volunteers, die im Einsatz gestanden haben.
Anna Ostini hat die Lauberhornrennen 2012 als Volunteer miterlebt.
Der Weg zu Olympia-Gold by on Fri, 20 Jan 2012 11:39:00 +0100:
An den ersten Olympischen Jugend-Winterspielen in Innsbruck hat das Schweizer Curling-Team um Skip Michael Brunner Gold gewonnen. Die beiden Teammitglieder Elena Stern und Romano Meier erzählen im Blog, wie sie die Spiele bislang erlebt haben.
Elena Stern, Romano Meier, Lisa Gisler und Michael Brunner. (Foto: Swiss Olympic)
Rettungssanitäter oder Swiss Youth Olympic Team?
Als wir am 5. Januar 2012 zur Kleiderabgabe nach Bern gingen, realisierten wir erst, dass es schon bald losgehen würde. Vor allem die Ski-Jacken und die Hosen mit den Schweizerkreuzen haben es uns angetan. Genau diese Jacken bescherten uns schon gleich nach unserer Ankunft in Innsbruck legendäre Momente. Während unserer Besichtigung der Medals Plaza fragte uns eine ältere Dame, ob wir von der Rettung sind. Kurz darauf lud uns eine Gruppe von österreichischen Musikstudenten auf einen Kaffee ein.
Erfolgreich durch die Gruppenspiele
Am folgenden Tag ging es dann auch schon los mit dem Training. Voller Vorfreude und Optimismus betraten wir zum ersten Mal das Eis in Innsbruck. Wir waren alle zuversichtlich und freuten uns auf das erste Spiel gegen Neuseeland. Aufgrund unserer starken Leistung konnten wir die ersten drei Spiele für uns entscheiden. Zwischen den Spielen gingen wir im Kongress, der von uns «Paradise» genannt wurde, essen, um uns für das nächste Spiel zu stärken.
Im vierten Gruppenspiel gegen die USA zogen wir in einem sehr spannenden Spiel unsere erste und einzige Niederlage ein. Enttäuscht, aber dennoch nicht weniger optimistisch ging es am nächsten Tag weiter. Nachdem wir unseren «Asiaten-Tag» (Gegner China und Korea) erfolgreich überstanden hatten, konnten wir uns nach einem Sieg gegen Tschechien am Dienstag den zweiten Gruppenrang erobern. Der Einzug ins Viertelfinale war geschafft, wir hatten unser Ziel erreicht. So hatten wir nach vier anstrengenden Tagen einen halben Tag frei und konnten am Abend Tina Stürzinger bei ihrer Eiskunstlauf-Kür anfeuern.
Das Schweizer Curling-Team (hier mit Coach Brigitte Brunner) absolvierte die Gruppenspiele erfolgreich. (Foto: Swiss Olympic)
Ein Stein entscheidet
Am Mittwoch galt es ernst: Im Viertelfinale gegen Japan hatten wir zu kämpfen. Der letzte Stein von Michael entschied über Sieg und Niederlage. Im Halbfinal konnten wir unsere Leistung wieder steigern und siegten souverän gegen Schweden. Die Freude war gross: Unser Traum, eine Medaille an der Jugendolympiade zu gewinnen, war erreicht. Im Finale gegen Italien nutzten wir unsere Chance, aus unserer schon sicheren Medaille eine goldene zu machen. Wie schon während der ganzen Gruppenspielphase konnten wir auf unsere Schweizer Fans zählen. Im Final war die Stimmung allerdings noch viel besser. Viele der ausgeschiedenen Teams machten mächtig Stimmung.
Unser Teamgeist und Spass als Grundlagen für den Erfolg
Die Goldmedaille der Youth Olympic Games bedeutet uns sehr viel. Wir sind stolz auf unsere Leistung und sind unseren Fans dankbar für die tolle Unterstützung. Ein wichtiger Teil auf unserem Weg zum Erfolg war unser guter Teamspirit. Wir hatten Spass sowohl auf als auch neben dem Eis und konnten immer eine gute Leistung abrufen. Die Jugendspiele dienen als gute Plattform für junge, ambitionierte Athleten und wird uns für immer als grossartiges Erlebnis in Erinnerung bleiben.
Die Schweizer sind Jugend-Olympiasieger! (Foto: Swiss Olympic)
Elena Stern, Romano Meier, Lisa Gisler und Michael Brunner. (Foto: Swiss Olympic)
Rettungssanitäter oder Swiss Youth Olympic Team?
Als wir am 5. Januar 2012 zur Kleiderabgabe nach Bern gingen, realisierten wir erst, dass es schon bald losgehen würde. Vor allem die Ski-Jacken und die Hosen mit den Schweizerkreuzen haben es uns angetan. Genau diese Jacken bescherten uns schon gleich nach unserer Ankunft in Innsbruck legendäre Momente. Während unserer Besichtigung der Medals Plaza fragte uns eine ältere Dame, ob wir von der Rettung sind. Kurz darauf lud uns eine Gruppe von österreichischen Musikstudenten auf einen Kaffee ein.
Erfolgreich durch die Gruppenspiele
Am folgenden Tag ging es dann auch schon los mit dem Training. Voller Vorfreude und Optimismus betraten wir zum ersten Mal das Eis in Innsbruck. Wir waren alle zuversichtlich und freuten uns auf das erste Spiel gegen Neuseeland. Aufgrund unserer starken Leistung konnten wir die ersten drei Spiele für uns entscheiden. Zwischen den Spielen gingen wir im Kongress, der von uns «Paradise» genannt wurde, essen, um uns für das nächste Spiel zu stärken.
Im vierten Gruppenspiel gegen die USA zogen wir in einem sehr spannenden Spiel unsere erste und einzige Niederlage ein. Enttäuscht, aber dennoch nicht weniger optimistisch ging es am nächsten Tag weiter. Nachdem wir unseren «Asiaten-Tag» (Gegner China und Korea) erfolgreich überstanden hatten, konnten wir uns nach einem Sieg gegen Tschechien am Dienstag den zweiten Gruppenrang erobern. Der Einzug ins Viertelfinale war geschafft, wir hatten unser Ziel erreicht. So hatten wir nach vier anstrengenden Tagen einen halben Tag frei und konnten am Abend Tina Stürzinger bei ihrer Eiskunstlauf-Kür anfeuern.
Das Schweizer Curling-Team (hier mit Coach Brigitte Brunner) absolvierte die Gruppenspiele erfolgreich. (Foto: Swiss Olympic)
Ein Stein entscheidet
Am Mittwoch galt es ernst: Im Viertelfinale gegen Japan hatten wir zu kämpfen. Der letzte Stein von Michael entschied über Sieg und Niederlage. Im Halbfinal konnten wir unsere Leistung wieder steigern und siegten souverän gegen Schweden. Die Freude war gross: Unser Traum, eine Medaille an der Jugendolympiade zu gewinnen, war erreicht. Im Finale gegen Italien nutzten wir unsere Chance, aus unserer schon sicheren Medaille eine goldene zu machen. Wie schon während der ganzen Gruppenspielphase konnten wir auf unsere Schweizer Fans zählen. Im Final war die Stimmung allerdings noch viel besser. Viele der ausgeschiedenen Teams machten mächtig Stimmung.
Unser Teamgeist und Spass als Grundlagen für den Erfolg
Die Goldmedaille der Youth Olympic Games bedeutet uns sehr viel. Wir sind stolz auf unsere Leistung und sind unseren Fans dankbar für die tolle Unterstützung. Ein wichtiger Teil auf unserem Weg zum Erfolg war unser guter Teamspirit. Wir hatten Spass sowohl auf als auch neben dem Eis und konnten immer eine gute Leistung abrufen. Die Jugendspiele dienen als gute Plattform für junge, ambitionierte Athleten und wird uns für immer als grossartiges Erlebnis in Erinnerung bleiben.
Die Schweizer sind Jugend-Olympiasieger! (Foto: Swiss Olympic)
Schweizer Olympia-Medaillen sind chancenlos gegen Bulat Tschagajew by on Thu, 19 Jan 2012 14:05:00 +0100:
Was für eine grossartige Stimmung gestern im Curling-Final der «Youth Olympic Games 2012» in Innsbruck! Mit 6:4 besiegte das Schweizer Team die Italiener, und auf der Tribüne schrien und kreischten fast alle Mitglieder der Schweizer Delegation vor Freude. Natürlich waren auch die Familien unserer jungen Curler auf der Tribüne, und auch junge Athleten aus anderen Ländern wie zum Beispiel US-Amerikaner hatten sich unter den rotweissen Freudenhaufen gemischt und jubelten mit uns. Der Stolz, den die jungen Schweizer Athletinnen und Athleten verspüren, Teil dieser YOG-Delegation zu sein, war gestern in der Curlinghalle besonders deutlich zu spüren. Mein italienischer Kollege war übrigens auch nach der Niederlage äusserst fair. Er hat mir so respektvoll gratuliert, als hätte ich die entscheidenden Steine im Final gespielt und nicht Skip Michael Brunner.
«Habe Fotos von deinen Athleten»
Überhaupt herrscht unter den NOC Press Attachés, Fotografen und Journalisten ein sehr kollegiales Verhältnis. So fragte mich ein australischer Journalist, der ohne Kamera dem alpinen Skirennen beiwohnte, ob ich ein Foto «seiner» Athletin machen könnte. Diesem Anliegen schloss sich ein Brite an. Klar, kein Problem. Am nächsten Tag sass ich im Medienzentrum, da klopfte mir einer auf die Schulter und sagte: «Ich habe Fotos von deinen Athleten gemacht.» Es ist der Brite, nun selber mit Kamera bestückt. Das Skirennen hatte ich verpasst, da ich anderweitig unterwegs gewesen war. Eine nette und natürliche Gegenleistung, die ich so gar nie erwartet hatte.
Daniel Stegmann interviewt Michael Brunner während der Rest des Curlingteams jubelt
Lieber selber Skifahren
In den Wettkampfstätten hier in Innsbruck und Umgebung sorgen viele Zuschauer für eine wirklich gute Stimmung. Beim Skispringen in Seefeld zählten die Organisatoren 3000 Zuschauer, beim Biathlon-Wettkampf sollen es sogar noch mehr Fans gewesen sein. Und auch in Kühtai, wo die Freestyler ihre Kunststücke zeigen, drängten sich am Sonntag die Fans um die Halfpipe, als Kai Mahler erster Schweizer Jugend-Olympiasieger wurde. Bei Halbzeit der Wettkämpfe haben bereits über 25‘000 Zuschauer die Wettkämpfe besucht.
Was mich erstaunt, ist, dass die Ski-alpin-Rennen in Patscherkofel auf wenig Gegenliebe stossen. Dabei sind die österreichischen Skifahrer durchaus erfolgreich unterwegs. Aber es scheint, dass die Leute lieber selbst fahren als zuschauen, die öffentliche Piste neben der Rennstrecke ist nämlich in der Regel gut bevölkert.
Kein Platz für Olympiamedaillen
Auch die Schweizer Medien scheinen noch nicht alle begriffen zu haben, dass hier in Innsbruck ein olympischer Wettkampf über die Bühne geht, bei dem die Schweizer eine starke Rolle spielen. Im Sportpanorama auf SF2 war am letzten Sonntag kein Platz für die YOG. Die Sendung «Sport aktuell» gestern Abend wollte zwar einen Beitrag zeigen über die Schweizer Goldmedaille im Curling, aber der Beitrag über Xamax und seinen irren Präsidenten Bulat Tschagajew hat die Sendung praktisch ausgefüllt. Schade. Einmal mehr hat der Fussball andere Sportarten verdrängt.
Da bleibt mir nur, die wunderschöne Winterstimmung hier in Innsbruck zu geniessen. Die Stadt ist weiss überzuckert, in Seefeld türmen sich die Schneeberge meterhoch, und wir erhalten hier einen ersten Eindruck, wie das sein könnte, wenn die Olympischen Winterspiele 2022 in den Schweizer Bergen stattfinden. Es ist wirklich ein richtiges Winterfest, diese «Youth Olympic Games» in Innsbruck.
Daniel Stegmann ist Medienchef der Schweizer Delegation an den «Youth Olympic Games 2012» in Innsbruck. Vor und nach den YOG arbeitet der 31-jährige Berner im Medienteam von Swiss Olympic.
Was für eine grossartige Stimmung gestern im Curling-Final der «Youth Olympic Games 2012» in Innsbruck! Mit 6:4 besiegte das Schweizer Team die Italiener, und auf der Tribüne schrien und kreischten fast alle Mitglieder der Schweizer Delegation vor Freude. Natürlich waren auch die Familien unserer jungen Curler auf der Tribüne, und auch junge Athleten aus anderen Ländern wie zum Beispiel US-Amerikaner hatten sich unter den rotweissen Freudenhaufen gemischt und jubelten mit uns. Der Stolz, den die jungen Schweizer Athletinnen und Athleten verspüren, Teil dieser YOG-Delegation zu sein, war gestern in der Curlinghalle besonders deutlich zu spüren. Mein italienischer Kollege war übrigens auch nach der Niederlage äusserst fair. Er hat mir so respektvoll gratuliert, als hätte ich die entscheidenden Steine im Final gespielt und nicht Skip Michael Brunner.
«Habe Fotos von deinen Athleten»
Überhaupt herrscht unter den NOC Press Attachés, Fotografen und Journalisten ein sehr kollegiales Verhältnis. So fragte mich ein australischer Journalist, der ohne Kamera dem alpinen Skirennen beiwohnte, ob ich ein Foto «seiner» Athletin machen könnte. Diesem Anliegen schloss sich ein Brite an. Klar, kein Problem. Am nächsten Tag sass ich im Medienzentrum, da klopfte mir einer auf die Schulter und sagte: «Ich habe Fotos von deinen Athleten gemacht.» Es ist der Brite, nun selber mit Kamera bestückt. Das Skirennen hatte ich verpasst, da ich anderweitig unterwegs gewesen war. Eine nette und natürliche Gegenleistung, die ich so gar nie erwartet hatte.
Daniel Stegmann interviewt Michael Brunner während der Rest des Curlingteams jubelt
Lieber selber Skifahren
In den Wettkampfstätten hier in Innsbruck und Umgebung sorgen viele Zuschauer für eine wirklich gute Stimmung. Beim Skispringen in Seefeld zählten die Organisatoren 3000 Zuschauer, beim Biathlon-Wettkampf sollen es sogar noch mehr Fans gewesen sein. Und auch in Kühtai, wo die Freestyler ihre Kunststücke zeigen, drängten sich am Sonntag die Fans um die Halfpipe, als Kai Mahler erster Schweizer Jugend-Olympiasieger wurde. Bei Halbzeit der Wettkämpfe haben bereits über 25‘000 Zuschauer die Wettkämpfe besucht.
Was mich erstaunt, ist, dass die Ski-alpin-Rennen in Patscherkofel auf wenig Gegenliebe stossen. Dabei sind die österreichischen Skifahrer durchaus erfolgreich unterwegs. Aber es scheint, dass die Leute lieber selbst fahren als zuschauen, die öffentliche Piste neben der Rennstrecke ist nämlich in der Regel gut bevölkert.
Kein Platz für Olympiamedaillen
Auch die Schweizer Medien scheinen noch nicht alle begriffen zu haben, dass hier in Innsbruck ein olympischer Wettkampf über die Bühne geht, bei dem die Schweizer eine starke Rolle spielen. Im Sportpanorama auf SF2 war am letzten Sonntag kein Platz für die YOG. Die Sendung «Sport aktuell» gestern Abend wollte zwar einen Beitrag zeigen über die Schweizer Goldmedaille im Curling, aber der Beitrag über Xamax und seinen irren Präsidenten Bulat Tschagajew hat die Sendung praktisch ausgefüllt. Schade. Einmal mehr hat der Fussball andere Sportarten verdrängt.
Da bleibt mir nur, die wunderschöne Winterstimmung hier in Innsbruck zu geniessen. Die Stadt ist weiss überzuckert, in Seefeld türmen sich die Schneeberge meterhoch, und wir erhalten hier einen ersten Eindruck, wie das sein könnte, wenn die Olympischen Winterspiele 2022 in den Schweizer Bergen stattfinden. Es ist wirklich ein richtiges Winterfest, diese «Youth Olympic Games» in Innsbruck.
Daniel Stegmann ist Medienchef der Schweizer Delegation an den «Youth Olympic Games 2012» in Innsbruck. Vor und nach den YOG arbeitet der 31-jährige Berner im Medienteam von Swiss Olympic.

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